Pre­miere: Der deut­sche Implantologentag

Der Schul­ter­schluss (zahn-)medizinischer Dis­zi­plinen als Hybrid-Kongress

(Wies­baden) Der inner- und inter­dis­zi­pli­näre Aus­tausch über die Fach­grenzen von Zahn­me­dizin und Medizin hinweg ver­spricht span­nende Dis­kus­sionen auf dem 35. Jah­res­kon­gress der DGI. Dieser soll vom 25.-27. November 2021 als Deut­scher Implan­to­lo­gentag unter dem Motto „Implan­to­logie ver­netzt“ viele Wei­chen neu stellen – Hori­zont­er­wei­te­rung garan­tiert. Der Kon­gress wird als Hybrid-Ver­an­stal­tung statt­finden – vor Ort in Wies­baden und online am Bildschirm.

Für Das tra­di­tio­nelle Treffen der DGI-Familie als End- und Höhe­punkt des Fort­bil­dungs­jahres hat in diesem Jahr noch einen zweiten Titel: der Deut­sche Implan­to­lo­gentag. Diesen richtet die DGI erst­mals gemeinsam mit der Deut­schen Gesell­schaft für Orale Implan­to­logie (DGOI) und der DGI-Nach­wuchs-Orga­ni­sa­tion Next Genera­tion aus. Das Motto lautet: „Implan­to­logie vernetzt“.

Als wei­tere Mit­streiter bringen auch noch andere zahn­me­di­zi­ni­sche und medi­zi­ni­sche Fach­ge­sell­schaften als soge­nannte Gast-Gesell­schaften ihre jewei­lige Exper­tise in diese ganz beson­dere Ver­an­stal­tung ein: Die Deut­sche Gesell­schaft für Par­odon­to­logie ist (DG PARO) der Ein­la­dung der DGI ebenso gefolgt wie die Deut­sche Gesell­schaft für Pro­the­ti­sche Zahn­me­dizin und Bio­ma­te­ria­lien (DG Pro), die Deut­sche Gesell­schaft für Ästhe­ti­sche Zahn­me­dizin (DGÄZ) und die Deut­sche Gesell­schaft für Innere Medizin (DGIM) – die Letz­tere mit rund 28.000 Mit­glie­dern ein Schwer­ge­wicht unter den medi­zi­nisch-wis­sen­schaft­li­chen Fach­ge­sell­schaften Deutsch­lands und Europas. Für die US-ame­ri­ka­ni­sche Per­spek­tive sorgt die Aca­demy of Osseointegration.

Die Prä­si­denten des Kon­gresses, Prof. Dr. Knut A. Grötz (Wies­baden) und Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas (Mainz) hoffen, dass bei dieser Tagung nicht nur einige Wei­chen für die zukünftige Ent­wick­lung der Implan­to­logie und ihre Inte­gra­tion in die (Zahn)medizin neu gestellt, son­dern dass vor allem auch neue Wege in der Zusam­men­ar­beit zwi­schen den zahn­me­di­zi­ni­schen und medi­zi­ni­schen Dis­zi­plinen beschritten werden. „Wir wollen Gemein­sam­keiten deut­lich machen und ein klares Signal für die Zukunft senden“, betont Pro­fessor Al-Nawas. „Es ist an der Zeit, die Koope­ra­tion sowohl inner­dis­zi­plinär, also inner­halb der ZMK-Heil­kunde, als auch inter­dis­zi­plinär mit anderen medi­zi­ni­schen Fach­rich­tungen vor­an­zu­bringen“, so das Credo von DGI-Prä­si­dent Grötz.

Es ist Zeit, neue Wege zu gehen. Es sind die neuen Mög­lich­keiten der Implan­tat­the­rapie von Pati­en­tinnen und Pati­enten, die diesen Schul­ter­schluss der Fach­dis­zi­plinen erfor­der­lich machen. Schon der 32. Kon­gress der DGI, der 2018 eben­falls in Wies­baden statt­ge­funden hatte, machte mit seinem Motto „Per­so­na­li­sierte Implan­to­logie“ deut­lich, wohin die Reise seitdem geht: Die harten Kon­tra­in­di­ka­tionen für eine Implan­tat­the­rapie wurden und werden zuneh­mend abge­löst von indi­vi­du­ellen The­ra­pie­ent­schei­dungen, ange­passt an die indi­vi­du­ellen gesund­heit­li­chen Vor­aus­set­zungen eines Men­schen. Eine Implan­tat­the­rapie ist unter ent­spre­chenden Kautelen bei Par­odon­titis- Pati­enten ebenso mög­lich wie bei Pati­enten, die sich einer Strah­len­the­rapie oder einer Behand­lung mit Anti­re­sorp­tiva unter­ziehen müssen. Auch gut ein­ge­stellte Dia­be­tiker und Pati­enten mit Auto­im­mun­erkran­kungen, etwa Rheu­ma­to­ider Arthritis, müssen nicht auf Implan­tate ver­zichten – vor­aus­ge­setzt, die Behand­lung berücksichtigt und inte­griert das Wissen der ver­schie­denen Disziplinen.

Implan­to­logie bedeutet mehr als zu aug­men­tieren. „Es reicht heute nicht mehr aus, zu sagen, dass man kom­plexe Aug­men­ta­tionen beherrscht“, sagt Pro­fessor Grötz. Viel­mehr gelte es, den Pati­enten als Ganzes zu sehen mit allen Fak­toren, die seinen Gesund­heits­zu­stand aus­ma­chen. Kurz: Auf­grund ihrer medi­zi­ni­schen Vor­ge­schichte erfor­dern die meisten Pati­en­tinnen und Pati­enten die Sicht­weise ver­schie­dener Dis­zi­plinen, die darum zusam­men­ar­beiten und sich aus­tau­schen müssen. Nur dann können vor­be­las­tete oder vor­er­krankte Pati­en­tinnen und Pati­enten erfolg­reich behan­delt werden.

Ein viel­schich­tiges Pro­gramm. Diese Not­wen­dig­keiten spie­geln sich auch im Pro­gramm des Deut­schen Implan­to­lo­gen­tages wider. Geht es bei­spiels­weise um die Themen Bak­te­ri­ämie, Endo­kar­ditis, Mund­höhle und Mikro­biom refe­rieren Experten aus den Berei­chen Par­odon­to­logie und Innere Medizin. Das Thema Implan­tat­the­rapie in der Ober­kiefer-Front­zahn­re­gion bestreiten Refe­renten der DGÄZ und der DG Pro. Geht es um Mate­ria­lien, Unver­träg­lich­keiten und immu­no­lo­gi­sche Aspekte, stehen Experten aus drei Berei­chen auf der Bühne: aus der Pro­thetik, der Implan­to­logie und der Inneren Medizin. Ant­worten auf die Frage „Quo vadis Implan­to­logie“ mit dem Schwer­punkt auf For­schungs­per­spek­tiven geben die Ver­tre­te­rinnen und Ver­treter der drei implan­to­lo­gi­schen Gesellschaften.

Die Mode­ra­tionen und Sit­zungs­vor­sitze wech­seln eben­falls zwi­schen Ver­tre­te­rinnen und Ver­tre­tern der ver­schie­denen Fach­ge­sell­schaften. Und wenn Fach­leute aus ver­schie­denen Berei­chen in den Dis­kus­sionen auf­ein­an­der­treffen, kann sich das Audi­to­rium auf einen span­nenden Dis­kurs mit prak­ti­schem Input und neuem Wissen freuen.

Bewährte Kom­po­nenten. Leb­hafte Dis­kus­sionen gibt es stets auch bei den beliebten Tisch­de­mons­tra­tionen, die wie bei jedem Kon­gress der DGI auch in diesem Jahr am Freitag statt­finden. Hinzu kommen Pos­ter­bei­träge und freie Vor­träge zum Thema „Neues aus Praxis und Wis­sen­schaft“. Wie schon beim letzten Kon­gress können die Erst-Autorinnen und -Autoren dieser Bei­träge kos­ten­frei am Kon­gress teil­nehmen. Tra­di­tio­nell gestalten zwei „orts­an­säs­sige“ Lan­des­ver­bände jeweils Sit­zungen in eigener Regie am zweiten Kon­gresstag. Der Lan­des­ver­band Rhein­land-Pfalz hat als Thema Par­odon­to­logie und Implan­to­logie gewählt und beleuchtet Leit­li­nien aus den Berei­chen Par­odon­to­logie und Peri­im­plan­titis-The­rapie. Der Lan­des­ver­band Hessen widmet seine Sit­zung dem Thema „aug­men­ta­tive Techniken“.

Eben­falls am Samstag findet das Forum Assis­tenz und Betreuung statt. In diesem geht es um per­fekte Pro­zesse in der Praxis, um Ter­min­ver­gabe, Kom­mu­ni­ka­tion und Rech­nungs­stel­lung. Ein Pro­zess­trai­ning für die Ein­bin­dung neuer Mit­ar­bei­tenden kommt hinzu. Begleitet wird der Kon­gress tra­di­tio­nell von der inter­na­tio­nalen Implant Expo. Die Spon­soren des Kon­gresses ver­an­stalten ihre Work­shops mit einem viel­fäl­tigen The­men­an­gebot am Don­nerstag, dem 25. November, und auch das Implant Vil­lage öffnet wieder seine Tore.

Die Prä­si­denten des Kongresses

Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Knut A. Grötz ist Direktor der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichts­chir­urgie der Helios Dr. Horst Schmidt Kli­niken Wies­baden und MIG-Chir­urgie Burg­straße. Er ist Prä­si­dent der DGI.

Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Bilal Al-Nawas ist Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichts­chir­urgie, plas­ti­sche Ope­ra­tionen der Uni­ver­si­täts­me­dizin Mainz. Er ist Mit­glied im Vor­stand der DGI und Schriftführer der Gesellschaft.

Über die DGI

Die Deut­sche Gesell­schaft für Implan­to­logie im Mund-, Kiefer- und Gesichts­be­reich e.V. (DGI) ist mit mehr als 8500 Mit­glie­dern – aus den Berei­chen Zahn­me­dizin, Oral­chir­urgie sowie Mund-, Kiefer- und Gesichts­chir­urgie – die größte wis­sen­schaft­liche Gesell­schaft im Bereich der Implan­to­logie in Europa und die zweit­größte welt­weit. Als ein­zige implan­to­lo­gi­sche Fach­ge­sell­schaft ist sie auch Mit­glied der Arbeits­ge­mein­schaft der Wis­sen­schaft­li­chen Medi­zi­ni­schen Fach­ge­sell­schaften (AWMF). Mar­ken­zei­chen der DGI ist die enge Koope­ra­tion von Prak­ti­kern und Hoch­schul­leh­rern. Deren gemein­sames Ziel ist die schnelle Umset­zung gesi­cherten Wis­sens und neuer Erkennt­nisse in die Praxis durch ein dif­fe­ren­ziertes Fort­bil­dungs­an­gebot – zum Nutzen von Pati­en­tinnen und Patienten.

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