Kon­zepte im Ver­gleich: „Aug­men­ta­tion“

Inter­view mit Prof. Dr. Frank Schwarz

 

Was macht den Wett­streit ver­schie­dener Kon­zepte bei Ihrem Thema im Augen­blick beson­ders span­nend?

Eine wich­tige Rolle beim Ver­gleich unter­schied­li­cher Aug­men­ta­ti­ons­ver­fahren spielt die Inva­si­vität der Kon­zepte. Inzwi­schen gibt es viele neue Daten und Stu­dien, die alte Kon­zepte in ein neues Licht rücken. Wir können heute bei vielen Indi­ka­tionen minimal-invasiv behan­deln mit vor­her­seh­baren Ergeb­nissen. Hinzu kommt die Erwar­tungs­hal­tung der Pati­enten. Diese wün­schen sich minimal-inva­sive Ver­fahren und nicht den großen chir­ur­gi­schen Ein­griff. Und genau diese Ansätze wollen wir gegen­über­stellen: Was können wir heute mit ein­fa­chen Ver­fahren bezüg­lich ihrer Effek­ti­vität und Pro­gnose im Ver­gleich zu inva­siven Ver­fahren errei­chen.

Bei dem Wett­streit treten oft neue und jün­gere Kon­zepte gegen ältere und eta­blierte Kon­zepte an. Haben die neueren Kon­zepte bei diesem Thema lang­fristig grund­sätz­lich bes­sere Chancen? 

Ältere inva­sive Kon­zepte haben nach wie vor ihre Daseins­be­rech­ti­gung. Die Frage ist nur: wer kann diese Kon­zepte umsetzen? Ein­fache mini­mal­in­va­sive Kon­zepte sind ein­fa­cher zugäng­lich und daher für die Grund­ver­sor­gung in der täg­li­chen Praxis von einer höheren Rele­vanz. Sie sind daher auch von einem ganz beson­deren Inter­esse für die Neu-Ein­steiger.

Die Ent­wick­lung neuer Mate­ria­lien und Methoden ist in der Implan­to­logie beson­ders rasant. Wird der Wett­streit es auch erlauben, die Spreu vom Weizen zu trennen?

In der aug­men­ta­tiven Implan­to­logie gibt es sehr viele Gold­stan­dard­ver­fahren. Diese Ver­fahren sind zum Teil insuf­fi­zient wis­sen­schaft­lich doku­men­tiert, aber kli­nisch sehr bewährt. Und genau an diesem Punkt sollten wir die Kon­zepte ein­ander gegen­über­stellen. Wie schneiden die älteren, bewährten, aber oft unge­nü­gend doku­men­tierten Ver­fahren im Ver­gleich zu den neueren besser doku­men­tierten aber kli­nisch noch nicht eta­blierten Ver­fahren ab. Dies wird sicher­lich eine span­nende Dis­kus­sion werden.

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