Wett­streit-Runde „PLANUNG“

Inter­view mit Prof. Dr. Hans-Joa­chim Nickenig

 

Was macht den Wett­streit ver­schie­dener Kon­zepte bei Ihrem Thema im Augen­blick beson­ders span­nend?

Die digi­tale (3D basierte) Pla­nung eröffnet unter­schied­liche implan­tatchir­ur­gi­sche und implan­tat­pro­the­ti­sche Ver­sor­gungs­formen. So sind neben ach­sen­ge­recht inse­rierten Implan­taten nun auch abge­win­kelte und Son­der­formen von Implan­taten (z.B. Zygoma) durch exak­tere Pla­nung wieder in Ver­wen­dung und nicht nur beim Tumor­pa­ti­enten, wie es früher der Fall war. Pro­the­tisch finden neben den eta­blierten Steg- oder Tele­skop-Ver­sor­gungen ver­mehrt fest­sit­zende Sofort­ver­sor­gungs­kon­zepte Ver­wen­dung, die erst durch die auf­wän­dige Pla­nung mög­lich geworden sind.
Bei ver­gleich­barer Exakt­heit der (Planungs-)verfahren wird die Art des Navi­ga­ti­ons­ver­fah­rens sta­tisch (Füh­rungs­scha­blonen) vs. dyna­misch (Füh­rung über Bild­schirm oder Pla­nungs­ein­blen­dung über OP-Brille) eine Dis­kus­sion ent­fa­chen.

 Bei dem Wett­streit treten oft neue/jüngere Kon­zepte gegen ältere und eta­blierte Kon­zepte an. Haben die neueren Kon­zepte bei Ihrem Thema lang­fristig grund­sätz­lich bes­sere Chancen?

Kon­ven­tio­nelle vs. 3D-gestützte Pla­nung“ ist deut­lich weniger dis­ku­tiert als vor wenigen Jahren:
Wis­sen­schaft­lich gesehen hat kaum ein Bereich der Implan­to­logie in den letzten Jahren eine so schnelle Ent­wick­lung mit­ge­macht und Aner­ken­nung erfahren, wie die 3D basierte (digi­tale) Pla­nung in der Implan­to­logie.
3D basierte Ver­fahren werden sich weiter durch­setzen: Ein­stieg in den digi­talen Work­flow ins­ge­samt, bes­sere Repro­du­zier­bar­keit der Ergeb­nisse. Unter­stüt­zung für Anfänger wie für Spe­zia­listen (der seine Ver­fahren
opti­miert). Forensik bei Kom­pli­ka­tionen (z.B. Nerv­lä­sion)

Die Ent­wick­lung neuer Mate­ria­lien und Methoden ist in der Implan­to­logie beson­ders rasant. Wird der Wett­streit es auch erlauben, die Spreu vom Weizen zu trennen?

Der 3D-Druck spielt bei der 3D basierten Pla­nung eine große Rolle. Die ver­wen­deten (intra­ope­rativ ver­wen­deten) Mate­ria­lien für Scha­blonen u.ä. werden hohe Anfor­de­rungen an Bio­kom­pa­ti­bi­lität und Hygiene erfüllen müssen, die Spe­zi­al­un­ter­nehmen oder -Grup­pie­rungen über­nehmen werden und viel­leicht dann nicht mehr das Zahn­labor um die Ecke.
Die Pla­nungs-Soft­ware-Ent­wickler mit der größten Erfah­rung und ein­fa­chen Nut­zungs­ober­flä­chen, sowie offenen Sys­temen (für alle unter­schied­li­chen Implan­tate nutzbar) werden am Markt eine Rolle spielen.

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