Kon­gress­themen im Fokus: Nach­ge­fragt bei PD Dr. Jere­mias Hey

PD Dr. Jere­mias Hey zum Thema „Intra­o­rales Scannen für die Implan­tat­pro­thetik – Optionen und Limi­ta­tionen“

 

Warum ist dieses Thema für implan­to­lo­gisch tätige Zahn­ärz­tinnen und Zahn­ärzte grund­sätz­lich wichtig?

Der intra­o­rale Scan kann die Her­stel­lung von Zahn­ersatz beschleu­nigen. Ein­fache Arbeiten wie Ein­zel­zahn­re­stau­ra­tionen und indi­vi­du­elle Abut­ments sowie auch mehr­glied­rige direkt ver­schraubte Pro­vi­so­rien lassen sich durchaus ohne Modell anfer­tigen. Hilf­reich sind diese Optionen vor allem in Situa­tionen, in denen eine Sofort­be­las­tung vor­ge­sehen ist. Dar­über hinaus lassen sich selbst extreme Angu­la­tionen von Implan­taten pro­blemlos erfassen. Mit einer kon­ven­tio­nellen Abfor­mung gelingt dies nicht.

Gibt es Bereiche Ihres Themas, die zur­zeit beson­ders intensiv dis­ku­tiert werden – und wenn ja, warum?

Obgleich aktuell nur knapp 10 Pro­zent der Behan­delnden mit einem Intra­o­ral­scanner arbeiten ist anzu­nehmen, dass die Tech­no­logie vor dem Durch­bruch steht. Wir ver­wenden den Intra­o­ral­scanner seit 2012 – das Inter­esse war in den ver­gan­genen Jahren eher ver­halten. Der­zeit jedoch explo­dieren die Anfragen und der Infor­ma­ti­ons­be­darf. Ich nehme an, dass aktuell viele Kol­legen und Koll­ginnen über die Anschaf­fung eines Intra­o­ral­scan­ners nach­denken.

Wo sehen Sie die Ver­knüp­fung Ihres Vor­trags zum Kon­gress­thema?

Tra­di­tio­nelle Implantat-Kon­tra­in­di­ka­tionen beruhten häufig auf dem mit der Implan­ta­tion ein­her­ge­henden ope­ra­tiven Risiko. Die digi­tale Tech­no­logie erlaubt uns nun mit ver­gleichs­weise wenig Auf­wand eine geführte mini­mal­in­va­sive Inser­tion ohne Lap­pen­bil­dung. Die modernen Pla­nungs­pro­gramme sind in der Lage einen intra­o­ralen Scan mit einer DVT-Auf­nahme zu über­la­gern. Eine DVT-Scha­blone ist dann in vielen Fällen zur Fest­le­gung der Implan­tat­po­si­tion nicht mehr nötig. Der gesamte mate­ri­elle und zahn­tech­ni­sche Ein­satz wird mini­miert und somit redu­zieren sich auch die Kosten. Eine preis­werte geführte Implan­ta­tion, die das Risiko ope­ra­tiver Kom­pli­ka­tionen redu­ziert, kann zu einer Erwei­te­rung des per­sön­li­chen Tätig­keit­spek­trums für viele – nicht alle! – führen.

Warum sollten Ihre Kol­le­ginnen und Kol­legen den 32. Kon­gress mög­lichst nicht ver­säumen?

Hier kann ich nur für mich spre­chen. Per­sön­lich suche ich Ant­worten auf die Frage „Implan­to­logie für alle Behandler?“. Die Implan­ta­tion hat eine gera­dezu magi­sche Anzie­hungs­kraft für unsere Stu­die­renden. Für mich ist es wichtig zu erfahren, welche Argu­mente für, aber ins­be­son­dere gegen den frühen Ein­stieg vieler junger Zahn­ärzte in das Gebiet der Implan­to­logie spre­chen.

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