Kon­gress­themen im Fokus: Nach­ge­fragt bei Prof. Dr. Martin Kunkel

Prof. Dr. Martin Kunkel refe­riert über das Thema „Implan­tate und Xeros­tomie: wis­sen­schaft­liche Evi­denz und kli­ni­sche Her­aus­for­de­rung“ im Plenum am Freitag

 

Warum ist dieses Thema für implan­to­lo­gisch tätige Zahn­ärz­tinnen und Zahn­ärzte grund­sätz­lich wichtig?

Die Xeros­tomie ist allein schon auf­grund ihrer enormen Prä­va­lenz – um 20% der Gesamt­be­völ­ke­rung und bis über 40% in der Bevöl­ke­rung >65 Jahre – einer der wich­tigen Ein­fluss­fak­toren auf die Mund­ge­sund­heits-bezo­gene Lebens­qua­lität. Da eine aus­ge­prägte Xeros­tomie die kon­ven­tio­nelle pro­the­ti­sche Ver­sor­gung und deren Akzep­tanz erheb­lich erschweren können, sind implan­to­lo­gi­sche Maß­nahmen nicht selten die ent­schei­dende Stra­tegie zur oralen Reha­bi­li­ta­tion. 

Gibt es Bereiche Ihres Themas, die zur­zeit beson­ders intensiv dis­ku­tiert werden – und wenn ja, warum?

Da die phar­ma­ko­lo­gi­sche The­rapie oder auch die Ansätze zur Sub­sti­tu­tion bis­lang nur wenig nach­hal­tige Erfolge auf­weisen, werden immer wieder kom­ple­men­täre The­ra­pie­kon­zepte erprobt. Gleich­zeitig steigt die Bedeu­tung prä­ven­tiver Maß­nahmen, vor allem in der onko­lo­gi­schen The­rapie.

Wo sehen Sie die Ver­knüp­fung Ihres Vor­trags zum Kon­gress­thema?

Im Laufe der Jahr­zehnte hat sich in vielen Grenz­be­rei­chen der Implan­to­logie ein Para­dig­men­wechsel voll­zogen. Aus vielen der ehe­ma­ligen „Kon­tra­in­di­ka­tionen“ wurden unter Berück­sich­ti­gung der Limi­ta­tionen und einer rea­lis­ti­schen Bewer­tung der Ergeb­nisse von Alter­na­tiv­kon­zepten mitt­ler­weile Indi­ka­tionen, wenn nicht sogar Ver­sor­gungen mit Allein­stel­lungs-Cha­rakter. Lösungs­wege für den Pro­blem­kreis der Xeros­tomie sind daher ein wei­terer Bau­stein auf dem Wege zu einer pati­en­ten­zen­trierten (Zahn)Medizin.

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