Kon­gress­themen im Fokus: Nach­ge­fragt bei Prof. Dr. mult. Robert Sader

Prof. Dr. mult. Robert Sader ist Mode­rator und hält den Ein­füh­rungs­vor­trag der ersten Ple­nar­sit­zung zum Thema „Ästhetik“

 

Warum ist dieses Thema für implan­to­lo­gisch tätige Zahn­ärz­tinnen und Zahn­ärzte grund­sätz­lich wichtig?

Zwar haben die meisten zahn­ärzt­li­chen Behand­lungen auch einen ästhe­ti­schen Aspekt, aber gerade für den implan­tat­ge­tra­genen Zahn­ersatz im Front­zahn­be­reich sind die ästhe­ti­schen Anfor­de­rungen beson­ders hoch. Hier sollte peri­im­plantär ein mög­lichst natür­li­cher Gin­gi­val­saum und eine schöne Papille aus­ge­formt werden, und dies hängt maß­geb­lich an der Implan­tat­po­si­tio­nie­rung, ggf. auch am Implan­tat­system, aber vor allem an dem chir­ur­gi­schen peri­im­plan­tären Hart- und Weich­ge­we­be­ma­nage­ment des Behand­lers.

Gibt es Bereiche Ihres Themas, die zur­zeit beson­ders intensiv dis­ku­tiert werden – und wenn ja, warum?

Top­thema sind natür­lich die Kera­mik­im­plan­tate, da diese nicht nur ästhe­ti­sche Vor­teile bieten, son­dern auch beson­ders gute mikro­bio­lo­gi­sche Eigen­schaften zu besitzen scheinen. Aller­dings sind sie mecha­nisch noch nicht ganz aus­ge­reift und es gibt noch zu wenige kli­ni­sche Erfah­rungen, ins­be­son­dere kaum pro­spek­tive kon­trol­lierte Stu­dien. Zu beachten ist auch, dass der Zahn­arzt hier beson­ders sorg­fältig implan­tieren muss, etwa wegen der Wär­me­pro­ble­matik beim Ein­drehen des Implan­tates. Damit sind Kera­mik­im­plan­tate für Anfänger eher nicht geeignet. Der höhere Preis auf­grund der auf­wen­di­geren Her­stel­lung gegen­über Titan­im­plan­taten ist zwar auch nicht unbe­dingt ein Vor­teil, aller­dings werden Kera­mik­im­plan­tate zuneh­mend von unseren Pati­enten ein­ge­for­dert. Das erlebe ich auch an der Hoch­schule.

Wo sehen Sie die Ver­knüp­fung Ihres Vor­trags zum Kon­gress­thema?

Nichts ist per­so­na­li­sierter als die ästhe­ti­schen Ansprüche und Erwar­tungen unserer Pati­enten. Und der Erfolg einer implan­to­lo­gi­schen Behand­lung beruht nicht nur auf dem chir­ur­gi­schen und pro­the­ti­schen Erfolg, son­dern maß­geb­lich auch darauf, dass die ästhe­ti­sche Erwar­tungs­hal­tung der Pati­enten erfüllt werden. Damit gehört die Ästhe­ti­sche Zahn­me­dizin zu den zen­tralen The­men­kreisen einer per­so­na­li­sierten Implan­to­logie.

Warum sollten Ihre Kol­le­ginnen und Kol­legen den 32. Kon­gress mög­lichst nicht ver­säumen?

Der jähr­liche DGI-Kon­gress ist ein­fach das ent­schei­dende Forum, auf dem sich jeder über aktu­elle Neu­ent­wick­lungen und Ergeb­nisse aus der den­talen Implan­to­logie infor­mieren kann. Und vor allem indus­trie­un­ab­hängig, das ist für mich ganz ent­schei­dend! Auf den von den Implan­tat­firmen regel­mäßig ver­an­stal­teten Kon­gressen und Sym­po­sien bekommt man doch immer wieder vom Pro­dukt beein­flusste, gefil­terte und selek­tierte Vor­träge. Auf der DGI-Jah­res­ta­gung kann man sich hin­gegen voll­kommen her­stel­ler­un­ab­hängig, neu­tral und objektiv über alle Implan­tat­sys­teme infor­mieren und sich selbst ein unge­fil­tertes Bild machen. Das ist ein unbe­zahl­barer Vor­teil, den sich jede/r implan­to­lo­gisch tätige Zahnärztin/Zahnarzt nicht ent­gehen lassen sollte.

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