Kon­gress­themen im Fokus: Nach­ge­fragt bei Prof. Dr. Martin Schimmel

Prof. Dr. Martin Schimmel beschreibt Kon­zepte und Betreuung bei Ein­setzen der Pfle­ge­be­dürf­tig­keit im Plenum am Freitag

 

Warum ist dieses Thema für implan­to­lo­gisch tätige Zahn­ärz­tinnen und Zahn­ärzte grund­sätz­lich wichtig?
Die Alters­ver­tei­lung in der Implan­to­logie zeigt eine klare Ver­schie­bung hin zu älteren Pati­en­ten­ko­horten. Zahn­ver­lust tritt immer später im Leben ein und die Anzahl der Trau­ma­fälle ist begrenzt. Die ein­zigen Wachs­tums­raten in der Implan­to­logie sind dem­nach in den Alters­ko­horten über 60 Jahren zu ver­zeichnen.

Gibt es Bereiche Ihres Themas, die zur­zeit beson­ders intensiv dis­ku­tiert werden – und wenn ja, warum?
Zur Zeit stehen aus meiner Sicht ganz klar zwei The­men­kom­plexe im Vor­der­grund: ers­tens die Inva­si­vität der Behand­lung durch digi­tale Pla­nungen und geführte Implan­tatchir­urgie zu mini­mieren und zwei­tens pro­the­ti­sche Kon­zept vor­an­zu­bringen, die helfen, den alters­be­dingten Funk­ti­ons­ver­lust zu kom­pen­sieren.

Wo sehen Sie die Ver­knüp­fung Ihres Vor­trags zum Kon­gress­thema?
Fak­toren wie Belast­bar­keit, phy­si­scher und men­taler Status, Medi­ka­men­ten­ana­mnese, Erwar­tungen und soziales Umfeld sind bei den betagten Pati­enten extrem viel­fältig. Die pro­the­ti­sche Pla­nung wird mit zuneh­mendem Alter der Pati­enten immer indi­vi­du­eller, da die inter­in­di­vi­du­elle Diver­sität zunimmt. Vor allem mit ein­set­zender Pfle­ge­be­dürf­tig­keit wird die Behand­lungs­pla­nung häufig von den aka­de­misch-theo­re­ti­schen Lehr­mei­nungen abwei­chen, um eine indi­vi­duell zufrie­den­stel­lende Lösung zu finden.

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