Kon­gress­themen im Fokus: Nach­ge­fragt bei Prof. Dr. Andrea Mom­belli

Prof. Dr. Andrea Mom­belli hat Ant­worten auf die Frage, ob die Titan­über­emp­find­lich­keit Hype oder Rea­lität ist im Inter­na­tio­nalen Forum am Samstag

 

Warum ist dieses Thema für implan­to­lo­gisch tätige Zahn­ärz­tinnen und Zahn­ärzte grund­sätz­lich wichtig?
In einer begrenzten Anzahl von Fällen wurde ein zeit­li­cher Zusam­men­hang zwi­schen der Expo­si­tion gegen­über Titan und dem Auf­treten von Gewe­be­re­ak­tionen nach­ge­wiesen, der auf eine Titan­über­emp­find­lich­keit hin­weist. Es gibt jedoch eine geringe Spe­zi­fität, da die beob­ach­teten Reak­tionen durch andere Fak­toren aus­ge­löst werden könnten, die mit dem Setzen von Implan­taten in Zusam­men­hang stehen.

Gibt es Bereiche Ihres Themas, die zur­zeit beson­ders intensiv dis­ku­tiert werden – und wenn ja, warum?
Titan­par­tikel und Abbau­pro­dukte von Titan können in oralen und nicht-oralen Geweben nach­ge­wiesen werden. Par­tikel werden von Ober­flä­chen von Zahn­im­plan­taten auf­grund von Mate­ri­al­abbau in einem Pro­zess frei­ge­setzt, der als Tri­bo­kor­ro­sion bezeichnet wird. In vitro können Titan­par­tikel die Zell­funk­tion stören und Ent­zün­dungs­re­ak­tionen aus­lösen. Titan-Par­tikel können aller­dings in gesunder und erkrankter peri­im­plan­tären Mukosa glei­cher­maßen nach­ge­wiesen werden, in geringen Mengen sogar in der Gin­giva von Indi­vi­duen ohne Titan-Implan­tate. Höhere Kon­zen­tra­tionen von Titan bei einer Peri­im­plan­titis könnten auch auf die Frei­set­zung von Sub­stanzen zurück­zu­führen sein, die von Bio­filmen und Ent­zün­dungs­zellen pro­du­ziert werden.

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