Kon­gress­themen im Fokus: Nach­ge­fragt bei Dr. Nor­bert Grosse

Dr. Nor­bert Grosse beschreibt den Weg der DGI zu einem digi­talen Lern­kon­zept im Inter­na­tio­nalen Forum am Samstag

 

Warum ist dieses Thema für implan­to­lo­gisch tätige Zahn­ärz­tinnen und Zahn­ärzte grund­sätz­lich wichtig?

Die Implan­to­logie war in den letzten Jahr­zehnten das Fach­ge­biet, das sich am schnellsten ent­wi­ckelt hat. Seit vielen Jahren bietet die DGI als füh­rende wis­sen­schaft­liche Fach­ge­sell­schaft alle Fort­bil­dungs­for­mate in ver­schie­densten Prä­senz­ver­an­stal­tungen an, um das Wissen aus Wis­sen­schaft und Praxen für die Kol­le­gen­schaft aktuell zu halten. Gerade in der Implan­to­logie hat das prak­ti­sche Wissen und Üben zwei­fels­ohne eine beson­dere Prio­rität. Des­halb ist die Prä­senz vor Ort so wichtig. Gleich­wohl wird in der Zukunft auch in der Implan­to­logie – wie in vielen anderen medi­zi­ni­schen Fach­ge­bieten – das com­pu­ter­ba­sierte digi­tale Lernen neben der Wis­sens­ver­mitt­lung in Prä­senz („blended lear­ning“) an Bedeu­tung gewinnen. Es erlaubt es den Leh­renden, neues Wissen zu jeder Zeit, an jedem Ort und für jeden ver­fügbar zu machen und ermög­licht es den Nut­zern, ihr per­sön­li­ches Wissen am Com­puter zu ver­tiefen. Als wei­terer Vor­teil kommen die gerin­geren Kosten – kein Pra­xis­aus­fall und keine Hotel­kosten – sowie die Mög­lich­keiten der mehr­fa­chen und wie­der­holten Nut­zung hinzu. Die DGI bietet mit den Tuto­rials der e.academy bereits ein fast voll­stän­diges digi­tales Lern­pro­gramm, das die Prä­senz­mo­dule des Cur­ri­culums ergänzt.

Gibt es Bereiche Ihres Themas, die zur­zeit beson­ders intensiv dis­ku­tiert werden – und wenn ja, warum?

Zuge­geben –das digi­tale Lernen steht bei den Zahn­ärzten in der Fort­bil­dung noch nicht an erster Stelle. Im Bereich von Unter­nehmen gewinnt die online-Schu­lung jedoch an Bedeu­tung. Digi­tale Lern­in­halte werden zur Mit­ar­bei­ter­schu­lung, dem soge­nannten „cor­po­rate lear­ning“, bereits ver­mehrt ein­ge­setzt, um teure Prä­senz­ver­an­stal­tungen zu ver­meiden und eine flä­chen­de­ckende Wei­ter­bil­dung zu gewähr­leisten. Die Schu­lung von Assis­tenz-Mit­ar­bei­te­rinnen und Mit­ar­bei­tern der Praxis wird in der Zukunft die gleiche Ent­wick­lung nehmen und schon aus Kos­ten­gründen online und com­pu­ter­ba­siert von statten gehen, wenn genü­gend Lern­ma­nage­ment­sys­teme vor­handen sind.

Hin­zu­kommt, dass neben linearen Lern­kon­zepten (Semi­nare, Kon­gresse, Cur­ri­cula) das „pro­blem­ori­en­tierte Lernen“ (POL) ver­mehrt ein­ge­führt werden: so wie im pri­vaten Bereich, wo kein Mensch mehr Bedie­nungs­ein­lei­tungen kom­plett liest, wird das aktu­elle Pro­blem auf Lern­platt­formen „goo­gelt“ werden.

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